{"id":1016,"date":"2017-03-16T20:23:52","date_gmt":"2017-03-16T19:23:52","guid":{"rendered":"https:\/\/steigerwald-zum-testen.anke-kirschenmann.com\/?p=1016"},"modified":"2019-08-26T21:21:24","modified_gmt":"2019-08-26T19:21:24","slug":"die-story-der-musikanten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/steigerwald-zum-testen.anke-kirschenmann.com\/de\/dorfmuskikanten-2017\/","title":{"rendered":"Die Story der Musikanten"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row top=&#8220;20px&#8220; bottom=&#8220;0px&#8220;][vc_column][vc_single_image image=&#8220;1015&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; style=&#8220;vc_box_shadow_border&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<p><strong>Bremer Stadtmusikanten positiv verst\u00e4rkt<\/strong><\/p>\n<p>Es hatte jemand ein Pferdchen, das schon lange Jahre viele Kinder unverdrossen getragen hatte, dessen Geduld aber nun zu Ende ging, so da\u00df es zur Arbeit immer untauglicher ward. Da dachte der Herr daran, es durch Spiele gef\u00fcgiger zu machen, aber das Pferdchen merkte, da\u00df kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen: dort, meinte es, k\u00f6nnte es ja Stadtmusikant werden.<\/p>\n<p>Als es ein Weilchen fortgegangen war, fand er einen H\u00fctehund auf dem Wege liegen, der jappte wie einer, der sich m\u00fcde gelaufen hat. \u201eNun, was jappst du so, Packan?\u201c fragte das Pferdchen. \u201eAch\u201c, sagte der Hund, \u201eweil mein Herr glaubt, er k\u00f6nne mich durch Dominanz zum richtigen Tun bringen. Wenn ich ihn einfach nicht verstehe, ger\u00e4t er mehr und mehr in Zorn dar\u00fcber. Jetzt zischt er und wirft mich auf die Seite, dass die Rippen krachen, sobald ich einen Fehler mache. Da hab ich vor lauter Angst und blauer Flecken Rei\u00dfaus genommen; aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?\u201c \u201eWei\u00dft du was\u201c, sprach das Pferdchen, \u201eich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant, geh mit und la\u00df dich auch bei der Musik annehmen. Ich spiele die Laute, und du schl\u00e4gst die Pauken\u201c. Der Hund war\u2019s zufrieden, und sie gingen weiter.<\/p>\n<p>Darauf kamen die drei Landesfl\u00fcchtigen an einem Hof vorbei, da sa\u00df auf dem Tor eine Henne und gackerte aus Leibeskr\u00e4ften. \u201eDu schreist einem durch Mark und Bein\u201c, sprach das Pferdchen, \u201ewas hast du vor?\u201c \u201eDa hab ich Eier gelegt\u201c, sprach das Huhn, \u201eweil unserer lieber Hausvorstand sich auch gerne ans Protein vom Tiere h\u00e4lt und jetzt bin ich ein Jahr alt, produziere nicht mehr so viele Eier wie zuvor. So hat die Hausfrau doch kein Erbarmen und hat der K\u00f6chin gesagt, sie wollte mich morgen in der Suppe essen, und da soll ich mir heut Abend den Kopf abschneiden lassen. Nun schrei ich aus vollem Hals, solang ich noch kann.\u201c \u201eEi was, du Rotkopf\u201c, sagte das Pferdchen, \u201ezieh lieber mit uns fort, etwas Besseres als den Tod findest du \u00fcberall.\u201c Die Henne lie\u00df sich den Vorschlag gefallen, und sie gingen alle dreie zusammen fort.<\/p>\n<p>Sie konnten aber die Stadt Bremen in einem Tag nicht erreichen und kamen abends in den Wald, wo sie \u00fcbernachten wollten. Das Pferdchen und der Hund legten sich unter einen gro\u00dfen Baum, die Henne machte sich in die \u00c4ste und flog bis in die Spitze, wo es am sichersten f\u00fcr sie war. Ehe sie einschlief, sah sie sich noch einmal nach allen vier Winden um, da d\u00e4uchte ihr, sie s\u00e4he in der Ferne ein F\u00fcnkchen brennen, und rief ihren Gesellen zu, es m\u00fc\u00dfte nicht gar weit ein Haus sein, denn es scheine ein Licht. Sprach das Pferdchen: \u201eSo m\u00fcssen wir uns aufmachen und noch hingehen, denn hier ist die Herberge schlecht.\u201c Der Hund meinte, ein paar Knochen und etwas Fleisch dran t\u00e4ten ihm auch gut. Also machten sie sich auf den Weg nach der Gegend, wo das Licht war, und sahen es bald heller schimmern, und es ward immer gr\u00f6\u00dfer, bis sie vor ein hell erleuchtetes Bauernhaus kamen.<\/p>\n<p>Das Pferdchen, als der gr\u00f6\u00dfte, n\u00e4herte sich dem Fenster und wollte hinein schauen. Es war aber gar zu klein. Also sahen sie sich um und entdeckten allerlei Zeug herumstehen. Sie machten sich daran, es vor das Fenster zu bugsieren. Das Pferdchen stieg hinauf, konnte jedoch keinen Blick ins Innere erhaschen. Der Hund nahm \u00fcber eine lange Planke Anlauf und stellte sich auf Pferdchens R\u00fccken. \u201eWas siehst du?\u201c fragte die Henne. \u201eWas ich sehe?\u201c antwortete der Hund. \u201eEinen gedeckten Tisch mit sch\u00f6nem Essen und Trinken, und Leute sitzen daran und lassen\u00b4s sich wohl sein.\u201c \u201eDas w\u00e4re was f\u00fcr uns\u201c, sprach die Henne. \u201eIch will auch einmal all die K\u00f6stlichkeiten sehen.\u201c und flog auf den R\u00fccken des Hundes.<\/p>\n<p>Just in dem Moment begann der Stapel, auf dem sie standen, zu wackeln und zu schwanken wie ein Schilfrohr im Winde. Alle drei hielten sich tapfer und hatten ihre M\u00fchle, Hufe, Pfoten und Krallen beieinander zu halten. Dies sahen die Bewohner des einsamen Bauernhauses voll Verwunderung durch ihr Fenster und eilten hinaus, um mit den unerwarteten G\u00e4sten zu sprechen. Diese wussten vor Schreck nicht so schnell ihren wackeligen Turm zu verlassen und nehmen dankbar die freundlich ausgesprochene Einladung zum Mahl an.<br \/>\nNun setzten sich die drei Gesellen an den Tisch und a\u00dfen, als wenn sie vier Wochen hungern sollten. Wie die drei Turnersleute fertig waren, bekamen sie eine neue Schlafst\u00e4tte, jeder nach seiner Natur und Bequemlichkeit. Das Pferdchen legte sich in den luftigen Offenstall, der Hund ins Schlafgemach seiner neuen Heimat und das Huhn setzte sich auf den Hahnenbalken; und weil sie m\u00fcde waren von ihrem langen Weg, schliefen sie auch bald ein.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tage hielten sie nach einem guten Fr\u00fchst\u00fcck Rat: \u201eUnd wenn wir hier bleiben? Die Leute scheinen wirklich wohlgesonnen zu sein, ich habe sie nachts reden geh\u00f6rt,\u201c sagte der Hund. \u201eSie w\u00fcrden mit uns turnen wollen.\u201c Das Pferdchen sprach: \u201eIch habe Futtertaschen und Clicker gesehen.\u201c Die Henne f\u00fcgte hinzu: \u201eEs gibt hier betagte Artgenossinen, die Menschen trainieren, damit sie ihnen K\u00f6rner geben.\u201c So beschlossen die drei Freunde, in Ochtmannien zu bleiben.<\/p>\n<p>Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wippen sie noch heute.<\/p>\n<p>Nina Steigerwald frei nach \u201eKinder- und Hausm\u00e4rchen\u201c Br\u00fcder Grimm<br \/>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row top=&#8220;20px&#8220; bottom=&#8220;0px&#8220;][vc_column][vc_single_image image=&#8220;1015&#8243; img_size=&#8220;large&#8220; style=&#8220;vc_box_shadow_border&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text] Bremer Stadtmusikanten positiv verst\u00e4rkt Es hatte jemand ein Pferdchen, das schon lange Jahre viele Kinder unverdrossen getragen hatte, dessen Geduld aber nun zu Ende ging, so da\u00df es zur Arbeit immer untauglicher ward. 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